15. März 2007

"Märkte sind Gespräche"

Alte Weisheiten aus Werbung und PR treffen für das Internet nur bedingt zu. Viel effizienter ist die Weitergabe von Informationen in bestehenden Kommunikationsgeflechten – so beschreibt das Cluetrain-Manifest schon 1999 das Verhältnis von Unternehmen und ihren Kunden.
In der Vorrede heißt es (hier auf deutsch):

Diese Märkte sind Gespräche. Ihre Mitglieder kommunizieren in einer Sprache, die natürlich, offen, ehrlich, direkt, witzig und häufig schockierend ist. Ob Erklärung, Beschwerde, Spaß oder Ernst, die Stimme des Menschen ist unverkennbar echt. Sie kann nicht gefälscht werden.


Es folgen 95 Thesen. Daraus einige Auszüge:

Markets are conversations.

Markets consist of human beings, not demographic sectors.

In just a few more years, the current homogenized "voice" of business—the sound of mission statements and brochures—will seem as contrived and artificial as the language of the 18th century French court.

Companies need to realize their markets are often laughing. At them.

Elvis said it best: "We can't go on together with suspicious minds."

We want access to your corporate information, to your plans and strategies, your best thinking, your genuine knowledge. We will not settle for the 4-color brochure, for web sites chock-a-block with eye candy but lacking any substance.

We are immune to advertising. Just forget it.

You're too busy "doing business" to answer our email? Oh gosh, sorry, gee, we'll come back later. Maybe.

Your product broke. Why? We'd like to ask the guy who made it. Your corporate strategy makes no sense. We'd like to have a chat with your CEO. What do you mean she's not in?


Was ist seitdem passiert? Einer der Autoren des Manifests, David Weinberger, spricht mit dem "elektrischen Reporter" über den Einfluss des Internet auf unser aller Leben und Denken. Sehenswert!

14. März 2007

Warum bloggen?

Drei gute Gründe:

Einfaches Publizieren im Internet
* Auch für kleinere Unternehmen
* Gruppen und Projekt-Teams können weltweit miteinander kommunizieren
* Projektleiter können Informationen gut verteilen

Blogs ergänzen die Website
* Blog-Inhalte lassen sich in bestehende CMS-Systeme integrieren
* Suchmaschinen lieben Blogs!
* Die Nutzer können neue Inhalte einfach abonnieren

"Märkte sind Gespräche"
* Kommentare der Nutzer befördern die Kundenbindung

Siehe auch die "zehn Gründe für Business-Blogs" von Klaus Eck. Mehr zu unterschiedlichen Formaten hier.

Gründe fürs Bloggen liefern auch Holm Friebe und Sascha Lobo in "Wir nennen es Arbeit" - zum Beispiel diese:

Es gibt von der Geburt der Zwillinge bis zur Vierten Herrenmannschaft des TSV unzählige Gründe, weshalb einer mit vielen kommuniziert. Ein Text, Fotos oder ein Filmclip, die in einer "Mail an alle" unangemessen sind und vor allem nach einem Klick verloren gehen, können die Zierde eines Blogs sein.

Es gibt – gerade bei Projekten und Arbeitsprozessen mit vielen Beteiligten – kein besseres System, um einen externen Wissensspeicher und eine benutzbare digitale Dokumentation zu produzieren als ein Blog.

Die famose Radiotheorie von Bertolt Brecht hat die theoretische Grundlage gelegt für etwas, was mit "Gegenöffentlichkeit" nur unzureichend beschrieben ist. Es geht darum, dass in der Mediendemokratie nicht nur Medien eine interessengesteuerte Stimme erheben können, sondern die Menschen selbst. Es geht darum, dass Blogs der radikalste und funktionierende Gegenentwurf zur Gleichschaltung sind. Endlich, "ich warte schon 80 Jahre", würde Brecht sagen.

12. März 2007

"Elektrischer Reporter"

Alte Telefone, Männer, die den Mond erobern, und schöne Gespräche über Heutiges und Zukünftiges bietet der "Elektrische Reporter" von Mario Sixtus für das Handelsblatt.com.

Besonders sehenswert finde ich den Auftritt des Schriftstellers und Daten-Pioniers Peter Glaser - über die Gruppe Kraftwerk, eine pupsende Katze und die "Anfangstage der Digitalen Ära". Film ab!

8. März 2007

Pimp my 1978


Seit bald drei Jahrzehnten verfolge ich das Auf und Ab der Braunschweiger Eintracht. Im Moment - 2. Liga, Platz 18, weit abgeschlagen - wird die Leidensfähigkeit auf eine ganz besondere Probe gestellt. Grund genug, hier an die großen Namen Harald Nickel, Bernd Franke und Danilo Popivoda zu gemahnen: Mit einer Kolumne aus besseren Tagen.

In: Eintracht aktuell, Nr. 3/2005.

Mehr Ballgefühl hier

7. März 2007

Beim Aufräumen der Festplatte...

...habe ich diese großartige Reportage der Knallpresse über Elephant Seven gefunden. Wir schreiben Oktober 2000, das Web 1.0 befindet sich auf dem Höhepunkt. Kai mit Beatles-Frisur darf nach 18 Uhr "eine roochen", Pat findet alles "so rund" hier und Geschäftsführer Götz will einfach nur "Spaß" haben. Ich malträtiere den obligatorischen Kicker. Dazu noch Massagen und das "Haus auf Mallorca". Mein Gott, waren wir crazy, damals. "Definitiv".

5. März 2007

Seminare

Angebote Gerald Fricke
Zielgruppe: Mitarbeiter Kommunikation aus Unternehmen, Kultur und Wissenschaft

Konzepte und Anwendungen im Web 2.0

Wie lassen sich Corporate-Blogs oder neue „virale“ Formate (Guerilla-Marketing, Buzz-Marketing) in eine integrierte Kommunikation einbinden? Dazu werden Beispiele aus Unternehmen, Kultur und Wissenschaft gezeigt. Ziel des Seminars ist es, darauf aufbauend, in Projektteams Konzepte für das Web 2.0 zu entwickeln und zu präsentieren.

Integrierte Unternehmenskommunikation

Kundenmagazine, Mitarbeiterzeitungen, Intranet und Internet werden als Bestandteile einer „integrierten Kommunikation“ betrachtet und bestimmen das Image eines Unternehmens. Aber wie?
In dem Seminar wird an Beispielen gezeigt, wie sich die verschiedenen Medien, Online und Print, intern und extern, geschickt verbinden lassen.

Internet-Konzeption und Online-Projektmanagement

Anhand von Beispielen soll der kreative und konzeptionelle Arbeitsprozess zur Erstellung von Internet-Anwendungen verdeutlicht werden. Ziel ist es, eine Website inhaltlich zu konzipieren, von der ersten Idee, über Briefing und Re-Briefing, Brainstorming, Ideenpapier, Flowchart, Zeitplan, Konzept, Feinkonzept bis zum multimedialen Drehbuch.


Kreative Internetprojekte und Online-Text

Unternehmen stehen vor der Herausforderung, neben der Darstellung von Marke und Produkt, neue Formate und Inhalte zu entwickeln, zum Beispiel Weblogs. Ziel des Seminars ist es, im Team ein kreatives Internet-Konzept und begeisternde Online-Texte zu entwickeln und zu präsentieren.


Teilnehmer-Feedbacks


- „Der Dozent ist sehr offen, sehr effiziente Arbeit und trotzdem eine lockere Atmosphäre“
- „Klare Gliederung des Seminars“
- „Persönliches Engagement des Dozenten, ausführliche Feedbacks für die Teams“
- „Angenehme Atmosphäre, sehr guter Praxisbezug“
- „Gutes Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxisbeispielen“

Lehrauftrag an der TU Braunschweig

Hier bloggt der Chef

Zu den bekanntesten Chef-Blogs zählen:

Bob Lutz, Vice-Chairman von General Motors
Martin Varsavsky von FON
Jonathan Schwartz, CEO von Sun Microsystems

Kontakt / Impressum

Dr. Gerald Fricke

Institut für Wirtschaftsinformatik,
Abteilung Informationsmanagement

TU-Braunschweig
Abt-Jerusalem-Straße 4
38106 Braunschweig
Fon: + 49 (0) 531 79 999 46
Uni: + 49 (0) 531 391 3120

E-Mail schreiben
Website Gerald Fricke

Umsatzsteuer-ID-Nummer:
1411302106

Rechte:
Das Copyright aller Texte und Fotos dieses Weblogs liegt bei Gerald Fricke. Die Übernahme von Texten in Datenbestände, die ausschließlich für den privaten Gebrauch eines Nutzers bestimmt sind, ist gestattet. Die Übernahme und Nutzung der Daten zu anderen Zwecken bedarf der schriftlichen Zustimmung.

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Gerald Fricke übernimmt keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Corporate Blogs

Immer mehr Unternehmen setzen Corporate Blogs zur internen und externen Kommunikation ein. Zum Beispiel:

- Knowledge-Blogs
- Service-Blogs
- Kampagnen-Blogs
- Themen-Blogs
- Produkt- und Marken-Blogs
- Projekt-Blogs
- Customer-Relationship-Blogs
- Krisen-Blogs

Literatur:
Zerfaß, Ansgar /Boelter, Dietrich, 2005: Die neuen Meinungsmacher. Weblogs als Herausforderung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien. Graz

Guerilla-Marketing: Beispiel Die PARTEI / hlx

Skandal: Schleichwerbung in ARD und ZDF!
Hier ein Wahlspot der Titanic-"Partei" zur letzten Bundestagswahl im September 2005.

Dafür gab es GOLD vom Art Directors Club für Deutschland (ADC).
- HLX Spotkampagne "Die Parteien zur Wahl"
- Scholz & Friends / Titanic Verlag


1. März 2007

Das Web sind wir

Eine schöne Web-2.0-Beschreibung bietet Michael Wesch, Assistant Professor of Cultural Anthropology an der Kansas State University.

Die "Wahrheit" über Agentur 2.0

In der taz-Wahrheit habe ich eine Kolumne über "Ottmar", den Seniortexter, geschrieben. Nachzulesen in meinem Pop-Blog oder direkt hier.