29. Juni 2007

Der Schritt hinaus

Mein Uni-Blog läuft ja bisher mehr so halböffentlich. Jetzt aber: Zur Sonne, zur Freiheit, hinaus in die Blogosphere... Ich habe mich bei Technorati angemeldet:
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27. Juni 2007

Blogs und Buzz: Seminarplan

Seminar
Blogs und Buzz: Vom Web zu Kommunikation 2.0
Wolfenbüttel, Sommerakademie, 28.06.2007

Das Schlagwort „Web 2.0“ steht für ein neues Verständnis von Kommunikation, das sich kaum mehr zurückdrehen lässt. Im Mittelpunkt stehen die Nutzer oder Kunden und ihre Bedürfnisse. Wie lassen sich diese in eine „Kommunikation 2.0“ Ihrer Kultureinrichtung einbinden?

10:00 Beginn, Teil 1: „Kommunikation 2.0“

10:30 Beispiele für Kulturmarketing
- Websites der Teilnehmerinnen
- Erfahrungen und Feedbacks: Welche Medien werden wie eingesetzt?

11:00 Vortrag: Kommunikation 2.0
- Digitale Boheme und Web 2.0 als Ausdruck soziologischen Wandels
- Von Brechts Radiotheorie zur postmodernen Zumutung: „user generated content“
- "Märkte sind Gespräche“: Markenführung und Love-Marketing mit Evangelisten

12:00 Mittag

13:00 Teil 2: Blog-Konzeption
- Beispiele aus Unternehmen, Kultur und Medien
- Blogs sind die neuen Websites

14:00 Arbeitsgruppen
Ideensammlung für Kulturmarketing 2.0 im Wiki
- Team 1: Blogs
- Team 2: Inhalte
- Team 3: Best Practice
Weiterführung Kulturmarketing-Wiki

16:00 Teil 3: Präsentation der Ideensammlung
18:00 Abschluss

21. Juni 2007

Jimmy Wales über Wikipedia



Der Elektrische Reporter hat mit dem Wikipedia-Gründer gesprochen. Ich zitiere:
Communities gelten als das neue große Zwopunktnull-Dings. Der Aufbau einer funktionierenden und stabilen Gemeinschaft im Netz ist allerdings eine Kunst für sich, an der schon viele Unternehmen gescheitert sind.

Jimmy Wales, Gründer der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia, erklärt, worauf es seiner Meinung nach beim Community-Design ankommt und was die Einrichtung eines Steak-Hauses damit zu tun hat.


Unbedingt ankucken!

15. Juni 2007

Weinberger-Interview

David Weinberger ("Everything Is Miscellaneous") tourt gerade mit seinem neuen Buch. Bei IT Conversations gibt es jetzt auch ein Interview mit ihm. Danke an Johannes für den Link dahin!

14. Juni 2007

Literatur WS 2007/08

Rick Levine, Christopher Locke, Doc Searls, David Weinberger: Das Cluetrain Manifest. 95 Thesen für die neue Unternehemnskultur im digitalen Zeitalter, Econ 2002.
Website Buch

David Weinberger: Everything Is Miscellaneous. The Power Of The New Digital Disorder, Times Books 2007.
Website Buch

Holm Friebe, Sascha Lobo: Wir nennen es Arbeit– die digitale Bohème oder intelligentes Leben jenseits der Festanstellung, Heyne 2006.
Website Buch

Ansgar Zerfaß, Dietrich Boelter: Die neuen Meinungsmacher. Weblogs als Herausforderung für Kampagnen, Marketing, PR und Medien, Graz 2005.

Tim O'Reilly: What Is Web 2.0.

Don Alphonso, Kai Pahl: Blogs! Fünfzehn Blogger über Text und Form im Internet – und warum sie das Netz übernehmen werden, Berlin 2005.
Website Blogbar

Justin Kirby, Paul Marsden: Connected Marketing: The Viral, Buzz and Word of Mouth Revolution, Butterworth Heinemann 2005.
Website Buch

13. Juni 2007

Web 2.0 und "alte" Medien

Dazu habe ich eine schöne Polemik von Johnny Häusler (Spreeblick) gefunden:
Was könnte eine Zeitung schon über Web 2.0 schreiben? „Hey, schön, dass Sie unsere Zeitung gekauft haben, aber wir möchten Ihnen mitteilen, dass sie dies hier alles schon gestern im Internet hätten lesen können und nicht nur das: Sie hätten es speichern, zitieren und durchsuchen können, sie hätten die Texte mit anderen teilen und diskutieren können! Und nun viel Spaß beim Wegwerfen dieser Blätter, kaufen Sie sich doch einfach morgen neue!“?
(...)
Sobald wir gelernt haben, mit der Offenheit und Echtheit des Web, das uns als Spiegel der Kulturen und Gesellschaften der Welt nicht nur Positives zeigt, umzugehen, und wenn die bestehenden Medien die Chancen dieser Entwicklung erkannt haben und ihren Platz und ihre Rolle in dieser neuen Medienwelt gefunden haben, dann sind wir an einem Punkt, an dem man von Medien 2.0 reden kann.


Hier zum Artikel.

11. Juni 2007

"Everything Is Miscellaneous"

Eben habe ich mir gedacht: Es gibt bestimmt schon ein Video zum neuen Weinberger-Buch - und siehe: Ja, es gibt nicht nur ein Video darüber, sondern sogar eine schöne Präsentation des Buches und seiner Thesen. Vom Autor selbst, in der (neuen?) Runde "Authors@Google". Fast eine Stunde lang, aber es lohnt sich.

Alles ist "Vermischtes"

„Everything Is Miscellaneous“ heißt das neue Buch David Weinbergers. Harald Staun hat es in der FAS vom 10.06.2007 rezensiert - und erklärt das "Vermischte" der neuen digitalen Unordnung:

Eine Generation von Buchhaltern und Bibliothekaren scheint mit dem sogenannten Web 2.0 heranzuwachsen, zu dem neben dem eher zwanglosen Schreiben von Blogs auch ein fast zwanghaftes Sammeln und Sortieren der Lektüre gehört (...) Sie beschriften eigene oder fremde Dokumente, verschlagworten Fotos oder Videos, erstellen Lesezeichen oder ordnen Online-Texte in immer neue Zusammenhänge ein.
(...)

Die Gemeinsamkeiten und Bezüge, die sich dabei ergeben, erinnern tatsächlich an die berühmte chinesische Enzyklopädie von Jorge Luis Borges, die Michel Foucault seinerzeit noch als „schiere Unmöglichkeit“ bezeichnete: Borges' fiktiver Taxonomie zufolge werden die Tiere unter anderem in folgende Kategorien eingeteilt: „Tiere, die dem Kaiser gehören“, „herrenlose Hunde“ und „die von weitem wie Fliegen aussehen“. Es kann nicht mehr lange dauern, bis die Poesie dieser Klassifizierung erreicht ist: Auf dem Fotoportal „Flickr“ findet man über 100.000 Bilder zum Thema „Verfall“ („decay“): rostende Autos, angeschlagene Statuen und so weiter.


Was sagt der Zeitungsredakteur? Staun kommt zu dem Schluss das sich "sich Zeitungsredakteure der geballten Weisheit der Massen nicht voreilig geschlagen geben" müssten, weil das "Sortieren, Bewerten, das Aufblähen und Verschweigen von Nachrichten nicht nur pure Herrschaftsausübung" sei, sondern eine Dienstleistung, die dann doch der "ein oder andere Leser zu schätzen" wisse.

David Weinberger: Everything Is Miscellaneous, Times Books, 2007.

"Was wird mit den Blogs?"

Diese Frage stellt sich Mark Pohlmann in seinem "Themenblog" - und gibt eine Handvoll gute Antworten. Ich zitiere:

Woher kommt die geringe Reichweite?
(...)Blogs sind ... fünf Jahre nach ihrer medialen Erstentdeckung eine weiter kleinteilige Gegenbewegung zu den kommerzialisierten Massenmedien. Sie sind kein Ersatz, sondern Ergänzung. (...)

Corporate Blogs funktionieren nur schwer
Eine alte Erkenntnis: Blogs werden von Personen geschrieben, nicht von Unternehmen. Das ist ganz wunderbar. Gleichzeitig ist es eine Schande, dass diese Form der Öffentlichkeit noch nicht von mehr Menschen für ihr Eigenmarketing genutzt wird.
Gerade für Mitarbeiter ist es eine grandiose Chance, ihr Wissen nach Außen zu tragen, sich zu vernetzen, Interessenten an das Unternehmen zu binden und so den Ruhm aller zu mehren. Merkwürdigerweise betreiben nicht nur sehr wenige Firmen Blogs. Und wenn, dann oft nur halbherzig, quasi als zweite Abwurfstelle für Pressemitteilungen, und es gelingt ihnen deswegen auch kaum, die an sich selbst gestellten Erwartungen zu erfüllen. Aufwand und Ertrag (im Sinne von Reichweite und Resonanz) stehen in einem oft unbefriedigenden Verhältnis. Dennoch bin ich überzeugt, dass Blogs gerade im professionellen Umfeld eine große Zukunft vor sich haben. Innovative Unternehmen haben längst entdeckt, dass sie mit den Gesprächen, die sie über Blogs führen, eine viel relevantere Kommunikation erzeugen als mit statischen Broschürematerial. Aber es muss die Kultur im Unternehmen stimmen, sonst klappt es nicht. Und auch wenn das Wollen vorhanden ist, braucht es jeden Tag wieder aufs Neue Menschen, die den Dialogen Leben einhauchen. Aufmerksamkeit mit allen im Unternehmen zu teilen ist für Vorstand und Corporate Communications ein tiefgreifender Wandel, der von vielen Professionals zwar interessiert beobachtet, aber zu oft als Bedrohung und nicht als Chance angesehen wird. Dennoch ist meine Prognose, dass die nächste Generation Corporate Websites wenigstens technisch und strukturell komplett blogbasiert wird. Nicht zuletzt, weil Websites ohne Kommentarfunktion weniger vertrauenswürdig wirken.


Blogs bleiben unkommerziell

(...)Die Einnahmen sind ... in der Regel eher spärlich.
Das nährt bei vielen die Vermutung, Blogautoren seien käuflich oder anders manipulierbar. Ich will das gar nicht in Abrede stellen. Inszenierte Produktlobpreisungen würden schnell auffallen. Das meiste basiert auf Sympathie für Personen oder Produkten und wird eher befeuert durch die Aussicht, über Kooperationen zu neuen Kontakten zu kommen. (...)

Warten auf Fachblogs
Was fehlt zur Qualität, sind Fachblogs. Sieht man sich die Blogcharts derzeit an, so schreiben zu viele Internetenthusiasten für Internetenthusiasten über das Internet. Und so wird es für Aussenstehende wahnsinnig schnell öde, wenn sich immer die gleichen über die selben Themen echauffieren. (...)

Warten auf die nächste Blogwelle
Wo sind all die Menschen, denen ein Blog als kostengünstiges, vielfältiges, einfach bedienbares und leicht auffindbares Kommunikationsinstrument dienen kann? Menschen, die etwas zu sagen haben? All die wortgewandten Wissenschaftler, Spezialisten, Theologen, Künstler, Intellektuellen, Autoren, Politologen, Weltverbesserer, Medienmenschen, Aktionisten, Visionäre und sonstigen Kapazitäten?
Das Marketinginstrument, das ihr für euer Tun benötigt, ist längst da. Hört auf, euch in eurer analogen Arroganz und digitalen Ignoranz zu gefallen. Nutzt die Mittel, die bestehen. Sie funktionieren.