14. Dezember 2008

Duzkriterien

Zwei bis dreieinhalb Leser haben mich gestern gefragt, nach welchen Kriterien hier geduzt und gesiezt wird. Hm, ich weiß ehrlich gesagt auch nicht genau, nach welchen Kriterien hier geduzt und gesiezt wird.

Ich weiß nur, dass sich zwei erwachsene, gegenseitig nicht bekannte Menschen, die sich irgendwo an der Käsetheke treffen, den mitteleuropäischen Konventionen folgend, üblicherweise siezen. Treffen sich diese beiden Menschen aber auf dem internationalen Elvis-Presley-Kongress in Las Vegas, und stellt sich überraschenderweise heraus, dass beide als Backenbartwissenschaftler über gewellte Kotelettenhaare forschen, so werden unsere beiden Bart- und Käseliebhaber sehr schnell zum kollegialen Du finden und einen Forschungsverbund gründen. Wir sprechen hier vom sog. Kollegen-Du. Daneben kennt die Wissenschaft natürlich noch das Sportler-Du, das Kneipen-Du und das Schützengraben-Du. Auch in Sandkästen oder an der Sylvester-Bowle wird sich häufig geduzt.

Was ich damit sagen will: Es kommt also immer darauf an… Auf die Situationen und Zusammenhänge - und die Wahl der rhetorischen Stilmittel. Wenn ich Dich, lieber Leser, also mal ganz im Vertrauen mitnehmen möchte, in den üppig blühenden Forschungsgarten des Instituts, wenn ich Dich ganz persönlich zum Klicken und Lesen einlade, dann, ja, dann mache ich das auch mal gerne duzig…

Hauptsache höflich, freundlich und respektvoll.

Oder, was sagen Sie?