21. August 2009

Gesellschaft 2.0?

Im Web 2.0 dürfen alle mitmachen. Aber induzieren die „herrschaftsfreien Diskurse“ im Web wirklich ein neues kommunikatives Handeln (Habermas) - und was folgt daraus? Was passiert mit den Universitäten, der Umweltpolitik oder der Unternehmenskommunikation, wenn auf einmal alle Kunden, Mitglieder oder Wähler mitentscheiden dürfen, unmittelbar, sogar „von unterwegs“ aus?

Was bedeutet das für die Gesellschaft, wenn sich blitzartig und situativ neue Gemeinschaften um Produkte, Marken oder politische Botschaften bilden? Welche Auswirkungen zeitigt die emanzipatorische, direkt-demokratische Kraft, die den Individuen mit dem Web 2.0 erwächst, für die festgefügte Ordnung der Unternehmenswelt, der Universiäten, der Umweltpolitik, der repräsentativen Demokratie?

Oder liegt die Wahrheit gar nicht bei den Spielern, sondern nur „aufm Platz“, dass heißt in der Logik der einzelnen gesellschaftlichen „Subsysteme“ (Luhmann) begründet? Kratzt es die Systeme, wenn sich die Menschen auf Facebook oder Twitter vergnügen? Oder ist allein das „Medium die Botschaft“ (McLuhan) - aber was hat uns dann Twitter wirklich zu sagen? Oder ist das ganze Web am Ende nur eine soziale Konstruktion, elitäres „Sozialkapital“ (Bourdieu)?

Das Web 2.0 ist gleichzeitig das Ergebnis und der Auslöser für einen umfassenden gesellschaftlichen Wandel. Diesem Wandel soll nachgespürt werden, mit unterschiedlichen theoretischen Ansätzen und empirischen Untersuchungen ausgewählter gesellschafticher Teilsysteme (Universitäten, Sportvereine, Unternehmen etc.). Los geht's!

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